Skip to main content.

Jaguar XK8 Der britische Sportwagen mit der langen Tradition und der sinnlichen Schnauze

Fotos

07/30/2006

Motor:
Nüchterne Fakten, die von Anfang an gefallen: acht Zylinder bei vier Liter Hubraum. Daten, die ein außergewöhnliches Fahrerlebnis versprechen. So geht denn auch allerfeinste und modernste Technik mit 284 PS ans Werk und beschleunigt das Auto in nur 6,7 Sekunden auf Tempo 100. Wobei in diesem Falle der Begriff "springt" statt "beschleunigt" besser paßt. Begleitet wird dies von einem jaguartypischen Sound - einem leichten Fauchen, das wie Musik in den Ohren klingt. Folglich bleibt das gut klingende Radio meistens ausgeschaltet. Ein brüllendes Grand-Prix-Ereignis findet unter der Haube statt, wenn etwa in der Fahrstufe vier mit Kick-down beschleunigt wird. Würde man den Motor ohne eine emotionalen Regung beschreiben, klänge das so: geschmeidiger Lauf, spontane Gasannahme, sehr kultiviert. Aber ein Jaguar-Motor vermittelt eben Emotionen - bei jenen Leuten, die ein Auto nebst Verstand auch mit Herz fahren. Und die soll es ja bekanntlich geben.
Sehr harmonisch paßt das automatische Fünfgang-Getriebe von ZF zu diesem Motor. Die in der U-Kulisse zu schaltende Automatik und die zusätzliche Möglichkeit auch manuell - ohne zu kuppeln - zu schalten, führen zu einem beachtlichen Fahrvergnügen. In der Stellung D ist die Automatik für das gemächliche Fahren ausgelegt. In der (manuellen) Stufe vier kommen dann die Sportwagenqualitäten voll zum Tragen.

 

Straßenlage:
Die breiten Reifen sind nicht nur optisch beeindruckend und vollenden das Erscheinungsbild des MK8, sie sorgen auch für einen engen Straßenkontakt. Einen Nachteil gibt es allerdings: bei Spurrillen wird vom Fahrer aktives Gegenlenken gefordert. Es ist schließlich ein Sportwagen in dem man sitzt und das Fahrwerk spricht einen deutlichen Straßenzustandsbericht. Bei Bodenwellen gibt es zudem ein leichtes Wippen der Karosse. Aber insgesamt ein vertrauenswürdiges Fahrwerk, welches nichts verschleiert und sanft ausfedert.

Handling
Ein britisches Auto ist der Jaguar immer noch - auch wenn der Autobauer Ford mit von der Partie ist - was in jedem Fall der Qualität dient. Britisch bedeutet, daß das Auto ausgefallene Extras hat - wie z.B. den in seine Ausgangsposition zurückfallenden Handbremshebel. Die Frontscheibe ist deutlich flacher als bei anderen vergleichbaren Autos, ermöglicht aber dennoch eine gute Sicht. Die lange Haube ist gut zu übersehen und auch der Blick zurück ist trotz fließendem Heck passabel. Die gut abstufbaren Bremsen stoppen das knapp über 1,5 Tonnen schwere Auto souverän ab - wenn auch gelegentlich verbunden mit einem leisen Begleitgeräusch. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung erlaubt auf kurvenreichen Landstraßen ein zentimetergenaues Steuern.

Karosserie:
Männer streicheln das Auto mit den Augen - verlangsamen dabei den Schritt. Der von uns getestete XK8 als Coupe ist aber auch ein ausgemacht schönes Auto. Er paßt in keine der typischen Kategorien. Von vorne ist er breit, ausladend und bullig mit dem der Tradition entliehenen Haifischmaul. Von hinten betrachtet ist Kraft und Eleganz zu spüren - fast, als hätte man den Jaguar-Geist in Form gegossen. Innen dann ein schnörkelloses, in einem Guß designtes Armaturen mit Wurzelholz und eingelassenen Rundinstrumenten. Ohne Übertreibung ein wunderschönes Auto - ganz gleich, wohin das Auge blickt. Und der stolze Besitzer (oder die Besitzerin) wird oft ums Auto streichen und dabei wohlgefällig neue Perspektiven entdecken.

Komfort
Geschwindigkeit ist in diesem Auto nur bedingt spürbar. Tempo 180/190/200 wird als angenehmes Dahingleiten empfunden. Dazu tragen u.a. die gut geformten (beheizbaren) Ledersitze bei, auch wenn die Sitzfläche etwas breiter sein könnte. Hat man die Luftströme der Klimaanlage einmal richtig eingestellt, sorgt sie bei allen Jahreszeiten automatisch für Wohlbefinden. Die reichhaltigen Instrumente, in der Mittelkonsole in logischen Blöcken zusammengefaßt, sind gut ablesbar und einfach zu bedienen. Die breite Armauflage zwischen den vorderen Sitzen wird schnell als unverzichtbar empfunden. Auf den beiden Sitzen im Fond können auch Erwachsene noch einigermaßen bequem sitzen. Luxuriös die Lichtautomatik: durch einen Sensor am Innenspiegel gesteuert, schaltet sich das Abblendlicht automatisch ein. Angenehm auch der lange Fußraum, in dem man auf langen Reisen die Beine ausstrecken kann. Auch bei Reisen zu zweit reicht der Platz des Kofferraums noch aus. Ein rolldes stilvolles Ambiente, das nur gelegentlich von einem nervenden Quietschen im Armaturenbrett gestört wird. Aber - wir erinnern uns - es ist ja ein britisches Auto und ein Gentleman hält sich nicht mit Kleinigkeiten auf. Er begeistert sich zum Beispiel für das wunderbare Lenkrad, eine Kombination aus edlem Holz und Leder. Das sind die Dinge, die wichtig sind.

Fazit
Wer einen XK8 gesehen hat will ihn haben. Wer mehr als fünf Kilometer damit gefahren ist, will ihn nicht mehr hergeben. Atemberaubendes Design, sehr gute Verarbeitung und modernste Technik haben den Nachfolger des XJ-S, dem der Geist des legendären E-Typ innewohnt, zu einem Erfolg werden lassen. Und außerdem stimmt die Preispolitik: das Auto ist billiger als die Konkurrenz von BMW und Mercedes. Und was die Technik angeht ist das Automobil aus dem britischen Coventry deutlich jünger als seine deutschen Konkurrenten.

Zylinder 8
Hubraum 4 Liter
Leistung 284 PS
Verbrauch 12,5 Liter
0-100 km/h 6,7 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 251 km/h